Ausländische Fachkräfte für das Gesundheitswesen - Medizinstudium ohne Abitur und Noten

Ausländische Fachkräfte für das Gesundheitswesen - Medizinstudium ohne Abitur und Noten

Angesichts des Pflegenotstands sind beachtliche Innovationen geplant, um den Zugang zum Medizinstudium zu erleichtern. Existierten für Studierende aufgrund des Numerus Clausus jahrzehntelang teils unüberwindbare Hürden, ein Medizinstudium zu beginnen, so soll sich das zukünftig ändern. Plötzlich völlig problemlos!

Allen voran die Grünen tun sich hier nicht nur als Vorkämpfer für ein von Noten unabhängiges Medizinstudium hervor, sondern für ein Medizinstudium ganz ohne Abitur, wie u.a. bereits die Anfrage der Grünen zu „Zukünftige Wege zum Medizinstudium in BW“ (Drucksache 16/4338 - 12.6.18 ) offenkundig werden ließ.

Insgesamt soll es ein völlig neues System des Hochschulzugangs bei Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie geben. Die Neuregelungen sollen zum Sommersemester 2020 gelten. Nicht nur Abiturienten mit Spitzennoten sollen künftig in Deutschland Medizin studieren können. Das sieht der Entwurf für einen Staatsvertrag vor, auf den sich die Wissenschaftsminister der Länder in der Kultusministerkonferenz (KMK) geeinigt haben, wie die KMK in Berlin mitteilte. Demnach müssen Studienplätze nun vorrangig nach „Eignung“ eines Bewerbers vergeben werden.

Es soll eine neue zusätzliche Eignungsquote eingeführt werden, bei der die Auswahl unabhängig von Schulnoten bzw. Abiturnoten erfolgen soll. Im Zuge dessen sollen die Länder künftig auch „beruflich Qualifizierten ohne Abitur“ den Weg zum Medizinstudium ebnen können. Das könnten z.B. auch Rettungssanitäter sein. Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne): „Wir wissen noch nicht, wie weit wir gehen werden. Wir werden das Instrument in jedem Fall nutzen.“ Offenbar geht es einigen Grünen mit dem „Gleichmachen“ noch nicht schnell genug. Kai Gehring, hochschulpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, hält die Zahlen noch für zu niedrig „Rekorde bei Studierenden ohne Abitur, trotzdem ist der Anteil an allen Studis nur 2%.“

Insbesondere ausländische Studierende dürften von diesen Neuerungen profitieren. Denn der Arztberuf stellt hohe Ansprüche, gerade auch an das Beherrschen der deutschen Sprache. Das Abitur kann insofern ein Hindernis darstellen, da zum Bestehen desselben das Beherrschen der deutschen Sprache unumgänglich ist.

Einigen ausländischen Medizinern jedoch scheint dieses Instrumentarium offenbar noch nicht weitreichend genug. So kritisieren beispielsweise die syrische Assistenzärztin Lobna Meamar und ihre kolumbianische Kollegin Mariana Reyes den komplizierten Einstieg in das deutsche Gesundheitssystem. „Mehr Struktur“ wird hier gewünscht.

Für sie Partei ergreift die Zeitschrift Clavis. Unter dem Titel „Ausländische Ärzte brauchen viel Geduld“ wird auf die Frustration ausländischer Ärzte verwiesen, die sich aus derartigen Organisationsmängeln schlussendlich einen anderen Job suchen oder Deutschland wieder verlassen.

Bei so viel Solidarität mit ausländischen Medizinern stellt sich allerdings die Frage, wo die Solidarität mit deutschen Ärzten bleibt, die aufgrund unattraktiver wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zunehmend aus Deutschland abwandern. Was ist mit ihrer Geduld und Frustration?

Warum, so fragt man sich, bemüht man sich nicht mit gezielten Programmen darum, hier ausgebildete, hochqualifizierte Mediziner im Land zu halten, statt ausländische Ärzte ins Land zu holen, die häufig über mangelnde Sprachkenntnisse verfügen, was eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung bereits durch nicht ausreichende Kommunikationsmöglichkeit erschwert? Und erhöht darüber hinaus die Zahl der Medizinstudenten mit Methoden, die sukzessive das Niveau insgesamt senken? Fragt sich nur, wem dient das? Den Patienten sicher nicht!

Wir setzen uns für die Förderung des hohen Niveaus im Bereich der Medizinwissenschaften sowie grundsätzlich in allen Disziplinen ein! Daher lehnen wir den Verzicht auf Noten ab, ebenso die künstliche Gleichsetzung von Schülern mit und ohne Abitur, so der Landtagsabgeordnete Dr. Rainer Balzer.

Die AfD will zudem Rahmenbedingungen schaffen, die qualifiziertes medizinisches, einheimisches Personal im Land hält. Hierfür ist auf einen Ausgleich des Lohngefälle zwischen Deutschland und dem europäischen Ausland hinzuwirken sowie auf einen Bürokratieabbau für allgemeinmedizinische Praxen.

Quellen: Clavis, 05/2018, S. 14

Drucksache 16/4338

https://www.zvw.de/inhalt.baden-wuerttemberg-neue_kriterien-fuer-medizinstudium

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article18513436

https://www.welt.de/wirtschaft/article146922176/Selbst-syrische-Aerzte-tun-sich-schwer

https://www.dw.com/de/studieren-ohne-abitur-ein-erfolgsmodell/a-43264666

https://www.stuttgarter.nachrichten.de/inhalt.neuregelung-der-studienplatzvergabe

https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Per-Talentquote-in-den-Arztberuf-379434.html

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