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Fremdsprachenunterricht ab der 1. Grundschulklasse - Ergebnisse überzeugen nicht!


Einigen Vertretern der schwarzen-grünen Landesregierung, kann das Erlernen von Fremdsprachen nicht früh genug beginnen.  

Dies geht u.a. aus dem Antrag „Französischunterricht in der Grundschule entlang der Rheinschiene“ an das Kultusministerium hervor (Drucksache 16/2317). Hier heißt es unter anderem: „Der Erfahrungswert „je früher, desto leichter“ setzt voraus, dass der Spracherwerb altersgemäß rhythmisiert und durch qualifizierte Lehrkräfte erfolgt.

 „Die Sinnhaftigkeit dieses Ansinnens muss in Frage gestellt werden“, so Landtagsabgeordnete der AfD-Fraktion, Dr. Rainer Balzer.

Nicht nur die umfassenden Studie von Jäkel et a. (2017) der Universitäten Bochum und Essen zeigte, dass Schüler, die erst in der dritten Klasse mit dem Fremdsprachenerwerb begonnen haben, in der siebten Klasse im Mittel bereits bessere Leistungen aufzeigten als jene, die mit dem 1. Schuljahr begannen. Damit wurden auch frühere Befunde aus dem europäischen Ausland bestätigt, wonach ein späterer Fremdsprachenbeginn aufgrund fortgeschrittener Kognition sowie besserer Lese- und Schreibfähigkeit effektiver ist.

Der Bundesvorsitzende des Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger geht noch weiter. Er beurteilt die Qualität der Ergebnisse dieses früheren Fremdsprachenunterrichts sogar als „sehr enttäuschend“. Denn während seit 2003 zwar in allen bundesdeutschen Grundschulen Englisch unterrichtet wird, sind die genauen Richtlinien dieses Fachs nicht nur von Bundesland zu Bundesland verschieden, sondern auch von Schule zu Schule. Das habe im Grunde genommen zur Folge, dass nach dem Ende der Grundschule im Fach Englisch nochmals bei „Null“ begonnen werden müsse.

„Kritisiert wird mit Recht, so MdL Dr. Rainer Balzer, dass es unklar ist, worauf die Englisch-Lehrkräfte in den weiterführenden Schulen aufbauen können.

In einer Deutschlandweiten, dreijährigen Untersuchung wurde die Qualität des Englischunterrichts ab der Klasse 1 von den Universitäten Eichstädt-Ingolstadt, Leipzig und Gießen einer eingehenden Evaluation unterzogen. Die Studienergebnisse legen ebenfalls nahe, dass für den weiteren Verlauf der Schullaufbahn ein früher Beginn des Englischunterrichts keine nennenswerten Vorteile aufweist. Im Gegenteil wird von den Forschern ermittelt, dass im Übergang zur Sekundarstufe gravierende Ungleichheiten der Schüler im Sprachniveau zutage treten, die durch den uneinheitlichen Sprach-Unterricht in der Grundschule bedingt sind. Insofern kommt man zu dem Ergebnis, dass für den Englischunterricht verwendete Zeit in der Primarstufe nutzbringender verwendet werden könnte. Denn nicht behobene Mängel in den Kernfächern – Deutsch und Mathematik – erschweren den Schülern später den Übergang in die Sekundarstufe, so das Resumée.

Dr. Rainer Balzer MdL fordert daher, die durch Englisch- und Französisch-Unterricht gebundenen Deputatsstunden den Grundschulen zum Ausgleich von Defiziten an anderen Stellen zur Verfügung zu stellen. „Insbesondere die Fächer Deutsch und Mathematik müssen stattdessen verstärkt gefördert werden, damit der Übergang von den Grund- zu den weiterführenden Schulen gelingen kann“, so Dr. Rainer Balzer. Hierfür steht die AfD.

Quellen: Drucksache 16/2317 und Drucksache  17/794

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