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Forderung nach „Überprüfung der Lehrinhalte“ dient Ablenkung vom Versagen in der Bildungspolitik


Angesichts der zunehmenden Digitalisierung möchte Ministerpräsident Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) den Bildungskanon auf den Prüfstand stellen. Bislang habe man sich immer gefragt, wo man noch etwas draufsatteln könne, so Kretschmann. „Ich finde, in Zeiten des Internets müssen wir auch mal darüber nachdenken, was wir weglassen können.“ Ziel der Bildung müsse es bleiben, jungen Menschen zu einem selbstbestimmten Leben und zu fundierter Urteilskraft zu verhelfen.

Fundiertes Grundwissen

Dieser Sichtweise widerspricht Dr. Rainer Balzer, stellvertretender und Fraktionsvorsitzender und Bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg. „Mit dieser Forderung möchte Ministerpräsident Kretschmann vom Versagen der Landesregierung ablenken. Ein Ausdünnen der Lehrinhalte würde ein heute weit verbreitetes Problem noch verstärken: Junge Menschen urteilen über Dinge, von denen sie leider wenig Ahnung haben. Um sich ein fundiertes Urteil zu erlauben, muss jedoch erst fundiertes Grundlagenwissen erworben werden, um neue Phänomene einordnen zu können.“

Traditionelle Lehrinhalte von den Grünen voreilig ausgedünnt und entsorgt

Insofern weist die Forderung von Winfried Kretschmann genau in die falsche Richtung. Anstatt zu überlegen, was wir weglassen können, muss überprüft werden, ob die in den vergangenen Jahren erfolgte Umstellung auf „Kompetenzen“ nicht zu einem dramatischen Nachlassen an konkretem Fachwissen geführt hat, so Balzer. „Eine ‚Überprüfung der Lehrinhalte‘ darf es höchstens in dem Sinne geben, dass überprüft werden muss, ob die seit Jahrzehnten und Jahrhunderten üblichen Lehrinhalte nicht von der Grünen Landesregierung voreilig ausgedünnt und zugunsten ideologielastiger ‚Leitperspektiven‘ entsorgt wurden.“

Zusammenhänge verdeutlichen

Selbstverständlich wird die Digitalisierung das Lernen verändern, betont Dr. Rainer Balzer. „Doch Lernen findet immer im Kopf des Schülers statt und nicht im Rechner, das digitale Medium ist ein Mittel unter vielen. Auch die Lehrer-Schüler-Beziehung im Klassenverband kann nicht durch digitale Medien ersetzt werden.“ Durch die zunehmende Ansammlung von digital verfügbarem Detailwissen sei es umso wichtiger, dass es den Lehrern gelingt, den Schülern die Zusammenhänge deutlich zu machen – seien es die Zusammenhänge in der kulturellen Entwicklung, in den geschichtlichen Abläufen oder die Kausalbezüge in den Naturwissenschaften. „Spielerisches Ausprobieren und eine neue Fehlerkultur, in der das Scheitern ganz ausdrücklich Teil von kreativen Prozessen ist“, wie es Digitalisierungsminister Thomas Strobl (CDU) fordert, ist nach Meinung der AfD zumindest in der Haushaltsführung der schwarzgrünen Landesregierung bereits deutlich zu erkennen, so Balzer abschließend. „In unbeschreiblichem Dilettantismus hat sie soeben acht Millionen Euro für eine digitale Bildungsplattform in den Sand gesetzt hat, die nun nicht in Betrieb gehen kann.“

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